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ignorama
> ..
  60sec 
> havarieswoboda

Jedenfalls gibt es für meine Begriffe nicht so etwas wie Genießen, sondern Genießen ist ein Topf für genaugenommen unterschiedliche Tätigkeiten, Situationen und Stimmungen, oder eine Forderung, eine Utopie, oder etwas, von dem man sich fernhalten kann und die Nase rümpfen, aber jedenfalls ein Platzhalter für letztlich Schummelei mehr oder weniger harmloser Art. Also ich habe mich auf die Zigarette gefreut, führe das Ritual des Anzündens etc in einem gewissen Einveständnis damit aus. Vielleicht sind auf eine fröhlich machende Weise einmal alle Teile von mir sich einig, dass das eine gute Idee ist und nichts dagegen spricht, und dass es nicht viel bedeutet. Dann sitze ich mit der Zigarette in der Hand da und fühle mich vielleicht wohl dabei. Einverstanden und richtig. Als ob ich ganz passen würde in diesem Moment auf die Schablone der Rauchenden, und für diesen Augenblick meine ganze Existenz, sonst kleinlich und problematisch, in einer Art Eclipse temporär hinter dem Rauchendesein verschwindet. Dazu kommt noch die Sensation des Rauchs im Mund, in den Luftröhren, der Lunge und der Nase. Ein Phänomen, das keinen praktischen Zweck in der Welt hat, und das ich daher als etwas völlig sinnloses und in sich ruhendes aufnehme. Ich brauche dazu keine Meinung zu haben. Rauchgeschmack gilt als Rauchgeschmack, was es auch immer sonst sein will; wenn ich will, kann ich mich natürlich mit verschiedenen Tabaken auseinandersetzen, aber das ist genau der Grund, meistens bei einer Marke zu bleiben, deren Wahl letztlich relativ beliebig ist. Man denkt vielleicht in einer kurzen Phase darüber nach, wie wenn man sich ein Möbelstück anschafft, um es in weiterer Folge ins Alltagsleben zu integrieren und zu Normalität faden zu lassen.
> nora